Des real existierenden Sozialismus vor externen Angriffen einerseits, so durch die Regierungen und Demokratien der westlichen Welt, und andererseits vor Verleumdungen aus den kommunistischen Parteien Westeuropas zu schützen. Dies erschwerte die Beziehungen der SED zu ihren westlichen Bruderparteien in den Achtzigerjahren zusehends, wie der drastische Rückgang von gegenseitigen Besuchen nationaler Delegationen mit italienischen, spanischen und französischen Genossen belegt. Die Einheit der spanischen und französischen Kommunisten hatte unter dem Druck der Krisen in Afghanistan und Polen stark gelitten beide Parteien waren intern zerrissen und ideologisch gespalten. Die eurokommunistische Politik von PCE und PCF war von einer viel zu dünnen Mehrheit getragen worden, konservative prosowjetische Fraktionen trafen auf Modernisierer, Massenaustritte und Abspaltungen rundeten das Bild ab. mit den unbeständigen Brüdern weniger Aufmerksamkeit zu schenken. drittstärkste Partei Italiens in den Achtzigerjahren behaupten konnte und nunmehr als bedeutende Kraft der europäischen Friedensbewegung galt.
den Strippenziehern der Europapolitik. sodass beide Parteien davon profitieren konnten. War die SED Anlaufstelle, Mittler und Sprachrohr Moskaus an der westlichen Grenze des Ostblocks und damit ein fundamentaler Partner für westeuropäische KPs, so nutzte sie regelmäßig und teilweise auch unabhängig von Moskau ihre westlichen Kontakte aus, um sich wirtschaftliche und diplomatische Vorteile zu verschaffen. Dörr: Wandel des Kommunismus in Westeuropa.
das Wort und die Sache, in: Merkur. Perspektiven und Grenzen des Systemwandels in Europa, München 1982 Wolfgang Leonhard: Eurokommunismus. Herausforderung für Ost und West, München 1980. Bruderparteien jenseits des Eisernen Vorhangs.
Die polyzentristische These stellte Togliatti erstmalig in einem Interview auf, das in der Zeitschrift Nuovi Argomenti nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 erschien. Von einem von ihm postulierten italienischen Weg zum Sozialismus soll bereits zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs die Rede gewesen sein. Siehe Michel Naudy: PCF. Ferner Ulrich Pfeil: Sozialismus in den Farben Frankreichs. zum PCE grundsätzlich siehe Andreas Baumer: Kommunismus in Spanien. Baden 2008 ferner ders.
Zur CPGB siehe Geoff Andrews: Endgames and New Times. und Realpolitik: die Beziehungen der DDR und Griechenland und das Verhältnis der SED zur KKE, Mannheim 2001. für das Politbüro, Haltung der FKP und der IKP zur Frage des Weges zur Macht, Berlin, 10. Die ursprüngliche Fraktion bestand aus acht italienischen, drei französischen Abgeordneten und einem Vertreter der Sozialistischen Volkspartei Dänemarks. Außenpolitik unter Ulbricht und Honecker. die Reaktion westeuropäischer KPs auf die Niederschlagung des Prager Frühlings siehe Maud Bracke: Which socialism, whose détente. Dazu Annie Kriegel: Eurocommunism: a new kind of communism?
Stanford 1978 siehe Dieter Oberndörfer: Einführung: Die sozialistischen und kommunistischen Parteien Frankreichs, Italiens, Spaniens und Griechenlands, in: ders. Juli 1979 und am 10. Juli 1979, Berlin 13. für das Politbüro, Haltung der französischen KP und der italienischen KP zur Frage des Weges zur Macht, Berlin, 10. für das Politbüro, Rede des Gen. Unità in Genua am 17. Siehe Tagung des ZK der Kommunistischen Partei Spaniens vom 28. Siehe Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur.
Siehe Santiago Carrillo: Rede des Genossen Santiago Carrillo, und Enrico Berlinguer: Rede des Genossen Enrico Berlinguer, in: Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien Europas. und Staat, Hamburg 1977. für das Politbüro, Rede des Generalsekretärs der italienischen Kommunistischen Partei, Enrico Berlinguer, auf einer Kundgebung in Barcelona am 28. Mai 1978 mit dem Generalsekretär der spanischen KP, Santiago Carrillo, und dem Sekretär der Sozialistischen Einheitspartei Kataloniens, Antonio Gutierrez Diaz, am 29. Mai 1978, Berlin 21. Juni 1977, Berlin 28. April 1981, Mikrofilm 8110, in: APCI, Sez.
November 1981, Mikrofilm 8112, in: APCI, Sez. Mit Ikonen und Gesang oder: Ein Bischof auf der Flucht vor seinem Kirchenvolk. Die Sowjetunion war ein Land des Wundersamen. In der Vorstellung der orthodoxen Bevölkerung war der ländliche Raum durchzogen von sakralen Orten, die als potenziell wundertätige Heiligtümer aufgesucht wurden. Dazu zählten nicht nur die alten Klosteranlagen, sondern auch besondere Quellen, charakteristische Steine oder Bäume, die meist jenseits der Dörfer und damit außerhalb des bewohnten und akkulturierten Raumes lagen.
auch und gerade unter der Herrschaft der Bolschewiki, als sie einen Ersatz für die vielen geschlossenen Kirchen darstellen konnten. Wallfahrten zu solchen Heiligtümern unterlagen aber Konjunkturen und waren abhängig von den Amplituden der staatlichen antireligiösen Politik. lebten alte Pilgertraditionen nach der religionspolitischen Wende im Herbst 1943 wieder auf.
Dies galt besonders für die nicht oder nur kurzzeitig besetzten Gebiete der RSFSR, wo es weiterhin kaum geöffnete Kirchen gab, während in der Ukraine und Belarus unter deutscher Besatzung einige Kirchen und Klöster wieder ihre Tore öffneten, die auch nach der Rückeroberung durch die Rote Armee nicht sofort wieder geschlossen wurden. Aufgrund dieser ungleichen Verteilung blieben Wallfahrten zu verehrten Quellen oder Seen ein Phänomen, das in der RSFSR bis zum Ende der Fünfzigerjahre besonders verbreitet war. und Nachkriegszeit hat daher verschiedene Dimensionen und bewegt sich im Spannungsfeld von Volksfrömmigkeit, dem Alltagsleben seiner Bevölkerung und der Kirchenpolitik des sowjetischen Staates. schen Terror vom ersten Kriegstag an als loyal erwiesen hatten. Orthodoxe Kirche als Akteur für die Gestaltung der europäischen Nachkriegsordnung instrumentalisieren zu können. Dies war ohne eine Wiederherstellung der kirchlichen Institutionen und eines kirchlichen Gemeindelebens nicht zu erreichen.
die Aufgabe, die Wiederöffnung von einzelnen Kirchen zu koordinieren und zu kontrollieren. mit der Staatsführung ein, das ihr die Wiederherstellung der in den Terrorjahren erodierten kirchlichen Institutionen erlaubte. Nur so erschien es dem Episkopat möglich, für die Einhaltung kanonischer Normen in ihrem Kirchenvolk zu sorgen. Zwar war die Rückbindung des Kirchenvolkes an die Institution Kirche bzw. die theologische Fundierung der Frömmigkeitspraktiken der religiösen Laien ein Jahrhunderte altes Thema, aber das Sakramentenmonopol der Kirche war weitgehend akzeptiert worden.
Wallfahrten bewegten sich in genau diesem Spannungsfeld, da sie einerseits für die gläubige orthodoxe Bevölkerung traditioneller Bestandteil ihres religiösen Lebens waren, andererseits von der Staatsführung und dem ihr ergebenen Episkopat nicht als konstitutive religiöse Praxis anerkannt wurden. und Parteiapparat für die Dauer von über einem Jahrzehnt nicht repressiv gegen sie vor. Die ersten großen Wallfahrten können auf das Jahr 1944 datiert werden, als angesichts der kirchenpolitischen Wende im Herbst 1943 orthodoxe Christen die traditionellen Pilgerfahrten wieder aufnahmen. Sie entwickelten sich zu Massenwallfahrten, die in den Fünfzigerjahren bis zu 20 000 Menschen anziehen konnten. Es erscheint paradox, dass solche religiös motivierten Massenumzüge in den letzten Jahren von Stalins Herrschaft zwar genau beobachtet, aber nicht gewaltsam verhindert wurden. Zugleich vollzog er damit auch auf dem Feld der Religionspolitik die Abkehr von der alten stalinistischen Politik.
und Parteiführung trotz verschiedener Gegenmaßnahmen die Wallfahrten über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt tolerierte. Wie unterschieden sie sich von den vorrevolutionären Prozessionen? Wer nahm an ihnen teil und mit welcher Motivation? Welche Rolle spielten die Geistlichen der Orthodoxen Kirche, zu welcher Haltung wurden sie gegenüber den Wallfahrten gedrängt, und wie reagierten die Pilger darauf? Und wie wurde die Kampagne zur Eliminierung der Wallfahrten nach 1958 umgesetzt?
untersucht werden, einer alljährlich stattfindenden großen Wallfahrt im Gebiet Kursk im Zentralen Schwarzerdegebiet Russlands. knüpften einerseits an vorrevolutionäre Wallfahrtstraditionen an, andererseits veränderte sich unter den Bedingungen des Spätstalinismus zwangsläufig ihr Charakter. Während vor 1917 große Klosterkomplexe, meist ausgestattet mit den Reliquien eines Heiligen, große Pilgermassen anzogen, existierten nach dem II. Kloster nahe Moskau und das Höhlenkloster bei Pskov. oder Heiligenvisionen verbunden waren, besondere Bedeutung als Wallfahrtsorte. Denn im Verständnis orthodoxer Frömmigkeitspraktiken war das Heilige nicht auf den Kirchenraum begrenzt, sondern lag die Kraft des Göttlichen gerade darin begründet, dass sie überall auftreten und Wunder wirken konnte. Das Errichten von Kreuzen sowie der Bau von Kapellen, Kirchen und Klöstern markierte das Anerkennen der göttlichen Heilsgeschichte, die sich an eben jenen Orten offenbart hatte.